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Bewertung über eine Studie von Prof. Jürgen Gerhards und Dr. Silke Hans.
Hier finden Sie eine Studie von Professor für Soziologie Jürgen Gerhards von der Freien Universität Berlin und der Forscherin Silke Hans über die Ansichten der EU-Bürger über eine EU-Mitgliedschaft der Türkei in die Hand nehmen. Wir werden vor allem das Ergebnis der Studie vor Augen führen.
Professor für Soziologie Jürgen Gerhards von der Freien Universität Berlin und Dr. Silke Hans haben eine Studie über die Ansichten der EU-Bürger zu einem EU-Beitritt der Türkei durchgeführt. Die Details der von der Union geförderten Studie sind wie folgt: „Die EU setzt seit 2005 die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei fort. Wie es auch aus dem in 2008 veröffentlichten Fortschrittsbericht zu entnehmen ist, hat die Türkei einen ordentlichen Fortschritt bei der Umsetzung des EU-Standards zurückgelegt. Die Wachstumsraten der Türkei sind im vergleich zum EU-Durchschnitt größer und auch das Einkommen pro Kopf wird immer besser. Die Inflationsrate im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren einheitlicher. Auch wenn die EU-Erwartungen nicht gänzlich decket sind, so weist die Türkei Fortschritte auf.“
In der Studie wird vor allem auf die Entwicklungen auf der internationalen Arena hingewiesen und in diesem Kontext auf den EU-Beitritt der Türkei. Nach der Auffassung der Studie, könne eine Veränderung des Macht-Gleichgewichts auf internationaler Ebene eine EU-Mitgliedschaft der Türkei begünstigen. Russland, das auf internationaler politischer Ebene an Macht dazu gewinnt und zu einem zentralen Akteur wird, erhöht den Druck auf die EU, so dass diese auch anderen Ländern eine EU-Perspektive geben muss.
Trotz dieser positiven Entwicklung scheint die Chance der Türkei für einen EU-Beitritt immer geringer zu werden. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sprach sich für ein Referendum für einen EU-Beitritt der Türkei aus. Auch Österreich habe vergleichbare Pläne. Auch in EU-Ländern, wo nicht das Volk sondern Vertreter sie repräsentieren, wird die Stimme des Volkes nach einem anderen europäischen politischen Kurs immer lauter.
Wie stehen die EU-Bürger der 27-Mitgliedsstaaten zu einer EU-Mitgliedschaft der Türkei? Das Ergebnis liegt offen auf der Hand: Nur eindrittel der EU-Bürger sind für einen Beitritt der Türkei in die Union. Von den 27-Staaten sind nur vier (Rumänien, Bulgarien, Portugal und Schweden) mehrheitlich für einen EU-Beitritt der Türkei. Bei den restlichen 23 Ländern erreicht das „Ja“ für eine Mitgliedschaft der Türkei noch nicht mal bis zu 50 Prozent. Deutschland stimmte mit 17,1 Prozentpunkten für eine Mitgliedschaft der Türkei. Das französische Volk stimmte mit 24,6 Prozent für die Türkei. In Österreich dagegen sagten 5,6 Prozent der Bevölkerung „Ja“ zu der Türkei. Im diesen Sinne scheint eine EU-Mitgliedschaft für die Türkei schwierig.
Der Grund warum die EU-Bürger eine EU-Mitgliedschaft der Türkei nicht annehmen möchten, ist, dass sie erschöpft von einer EU-Erweiterung sind. Im Rahmen der Studie wurden auch die Schweiz, Norwegen sowie Grönland befragt. Mehr als 80 Prozent sprachen sich für einen EU-Beitritt der Türkei aus. Auch die Balkanländer sprachen sich für die Türkei aus.
Aber warum treten so viele EU-Mitglieder skeptisch gegenüber der Türkei? Nach dem Studienergebnis befürchten die meisten EU-Bürger bei einem EU-Beitritt der Türkei eine Auswanderungswelle aus der Türkei in die wohlhabenden EU-Länder. In diesem Fall sehen sie ihren Lebensstandard und ihre Kultur einer Gefahr ausgesetzt. In diesem Hinblick spielen die Erfahrungen der EU auch eine Rolle. Je höher der Ausländeranteil bei den EU-Ländern ist, desto pessimistischer sind die EU-Bürger gegenüber einem EU-Beitritt der Türkei. Neben diesen Ängsten spielen auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle. Auch wenn die EU-Mitgliedschaft der Türkei beschränkt sein sollte, so sei der freie Umlauf der Arbeiter innerhalb der Union möglich. Bei den meisten EU-Bürger, die gegen einen Beitritt der Türkei sind, handelt es sich um Arbeiter mit geringem Einkommen oder solche, die vor einer Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt fürchten. Außerdem gehen die meisten EU-Bürger von mehr Kosten bei einem EU-Beitritt der Türkei aus. Auf einen EU-Beitritt der Türkei sind nur einige Europäer gefasst.
Was für Folgen kann das mehrheitliche Ablehnen eines EU-Beitritts der Türkei durch die Europäer und die Forderung Frankreichs und Österreichs nach einer Volksabstimmung diesbezüglich, haben? Die Türkei bemüht sich seit 1963 für eine EU Mitgliedschaft. Sie setzt die harten EU-Verhandlungen fort und bemüht sich für eine Umsetzung der EU-Kriterien. Die Ablehnung der Türkei mit einer Volksabstimmung, nach einer so langen Zeit, wäre vergleichbar mit dem respektlosen verhalten der Türken im Ausland. Das Ergebnis der Studie ist: Ein Umdenken der Europäer könne möglich sein, wenn sie davon überzeugt werden, dass bei einem EU-Beitritt der Türkei keine Extrakosten entstehen und dass keine Auswanderungsflut aus der Türkei in wohlhabende EU-Staaten ausgehen wird, so dass das Volk keine schweren Folgen tragen wird.
quelle:trt
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