Mit den gesamten Stimmen der im türkischen Parlament vertreten Abgeordneten wurde ein Integrationsgesetz beschlossen, das am 01.01.2009 in Kraft tritt. Grundlage dieses Gesetzes ist, das die so genannten Ikamets, die blauen Aufenthaltserlaubnis Hefte, künftig nur noch für maximal 6 Monate erteilt werden. Die Residenten, die wie bislang möglich eine fünfjährige Aufenthaltserlaubnis beantragen möchten, müssen vorher die erfolgreiche Teilnahme an einem Integrationskursus nachweisen.
Innerhalb dieses Integrationskursus muss nachgewiesen werden, dass der Resident ein Basiswissen der türkischen Sprache nachweisen kann. Weiter muss er einen 33 Fragen umfassenden Test absolvieren, in dem festgestellt wird, ob er über ein Grundwissen betreffend der türkischen Politik, die türkische Mentalität und der türkischen Geschichte verfügt. Nur wenn der Resident über das Zertifikat verfügt, das die erfolgreiche Kursteilname bestätigt, kann ihm zukünftig eine über 6 Monate hinausgehende Aufenthaltserlaubnis erteilt werden.
Wer ab dem 01.01.2009 diesen Test nicht nachweisen kann, muss nach 6 Monaten erst einmal das Land verlassen. Aber keine Angst liebe Leser, dieses ist ein Zeitungsente und entspricht nicht der Wahrheit. Aber stellen Sie sich vor es wäre so….
Ähnlich ist es doch inzwischen in Deutschland und anderen Ländern der EU, warum sollte dieses in der Türkei nicht auch so eintreten. Es werden ja im Rahmen eines möglichen EU Beitritts immer mehr gesetzliche Bestimmungen aus dem EU Raum übernommen, warum nicht auch diese.
Dem ALANYA BOTEN wurden viele Hinweise zugetragen, die wirklich manchmal den Wunsch nach einem Integrationstest aufkommen lassen. Sehr viele Residenten genießen die Freizügigkeit, die nicht so perfekt geordnete Arbeitsweise und auch die Lockerheit des Lebens in der Türkei. Diese Residenten fühlen sich mit der einheimischen Bevölkerung verbunden, obwohl manchmal Dinge passieren, die man aus dem so perfekt geordnetem und verwalten mitteleuropäischen Bereich nicht gewohnt ist. Gerade darum wurde das Leben in der Türkei gewählt. In Ordnung, ab und zu fällt der Strom aus. Nicht immer angenehm. Aber auch derartige Momente können dazu genutzt werden, sich einmal mit seinem Partner in romantischer Atmosphäre bei Kerzenschein intensiv zu unterhalten, als sich die zigste Wiederholung im Fernsehen anzusehen. Vielleicht führt dann ein Stromausfall dazu, dass sich Paare, die sich ansonsten nicht mehr viel zusagen haben, einander wieder näher kommen.
Es gibt aber auch die Gruppe von Residenten, die man meistens schimpfen hört, wie schlecht dieses oder jenes ist. Neulich zum Beispiel wurde der ALANYA BOTE Zeuge, wie ein deutscher Resident schimpfte, was das den für ein Autohändler sei, der nicht einmal deutsch spreche. Grundlage war, dass sich dieser Resident ein Auto kaufen wollte und er musste sich eines Dolmetschers bedienen. Man stelle sich vor, der Türke in Deutschland betritt eine Niederlassung von Mercedes und schimpft, weil der Verkäufer nicht türkisch spricht. Es leben ja viel mehr Türken in Deutschland als deutsche Residenten in der Türkei, also müsste es doch so sein, dass in jedem Geschäft in Deutschland neben der deutschen Sprache auch türkisch gesprochen wird. Stellen Sie sich lieber Leser vor, ein derartiges Ansinnen würde in Deutschland publik gemacht……….
Dann gibt’s auch die Residenten, die vertreten standhaft die Meinung, wir sind hier Eigentümer einer Wohnimmobilie, wir zahlen dafür Steuern und geben unser Geld hier aus, also sind wir keine Gäste. Also nach dem Motto, wenn es uns und unsers gleichen nicht geben würde, wäre die Türkei nicht existenzfähig.
Es gibt noch viele Beispiele, die aufzeigen würden, welche Einstellung manche Residenten haben. Wenn Sie, lieber Leser und liebe Leserin derartige Beispiele kennen, senden Sie dem ALANYA BOTEN doch einen kurzen Bericht mit dieser Geschichte. Wir freuen uns über jede Zuschrift……
Durch die Veröffentlichung derartiger Beispiele, möchte der ALANYA BOTE dazu beitragen, dass sich das Zusammenleben weiter verbessert und auch diese Residenten zumindest ein gewisses Verständnis für die anders gelagerte Lebenskultur in der Türkei entwickelt.




Temmuz 19th, 2008 at 08:50
Merhaba und Hallo!
Als ich vor knapp 3 Jahren in die Naehe von Demirtaş gezogen bin, habe ich es in den ersten Monaten langsam angehen lassen. Aber von April 06 bis Maerz 07 habe ich bei der Sprachschule TÖMER unweit vom Busbahnhof am Freitagsmarkt den Grundkurs der türkischen Sprache absolviert. Seit der Zeit habe ich immer mehr türkische Nachbarn kennengelernt. Und zwar in intensiven Gespraechen auf türkisch, wenn auch nicht immer perfekt. Dehalb zollt man mir immer wieder sehr grossen Respekt, vor allem die aelteren Menschen, dass ich mich mit ihnen in ihrer Landessprache ganz gut unterhalten kann. Einen noch besseren Einstieg für meine İntegration hier konnte ich nicht machen. Darauf bin ich ein wenig stolz.
Temmuz 24th, 2008 at 13:45
Almanyada iyi aksamlar,
und ich bin´s mal wieder! Wenn´s um`s Thema Integration, Assimilation veya ne baska geht, dann bin ich gerne dabei.
Also ganz einfach mal: Wenn die Deutschen in Urlaub gehen, dann sind die meisten doch so gepolt, dass sie sich schon ein paar Fremdwörterkenntnisse beibringen oder lassen per Buch oder Reisebegleiter, damit sie sich, zum Beispiel in der Türkei, einfachst verständigen können, denn diejenigen, die mit “Keyfi yok” machen keine Ferien in dem Land zwischen Edirne und Ararat.
Solche Leute, die arrogant sind, findet man in Spanien. Halt, noch kürzer: Die Türkei hat unter den Touristen drei Millionen deutsche Fans, die zumeist auch wieder kommen. Über die übrigen kann man sich unterhalten.
Zu mir: 2003 habe ich zuerst 14 Tage in Antalya verbracht, 2004 war ich zu zweit
und wir 2006 zu dritt. Als Deutscher bin ich gut in meine türkische Familie integriert worden, obwohl ich immer noch ein Touristentürkisch spreche - mit dem Lesen und dem Betonen klappts aber schon besser. Halt - kein Selbstlob! Doch was sagen möchte ich schon:
Türkisch ist nicht einfach, aber wenn man sich Mühe gibt, dann klappt´s auch mit Nüfüs, Arkadas, Aile und Akraba. Deutsch ist eine der schwersten Sprachen der Welt hin- gegen, und ich würde einiges anders machen, als es heute die chaotischen Marktschreier in Deutschland an die Leute (z. B. unsere türkischen Mitbürger/innen) herantragen wollen. Und da könnte man ja mal einen Ansatz machen.
Zuvor noch kurz: Vernünftige Menschen, egal welchen Pass sie haben, kommen schnell auch so zusammen, menschlich!
Davon hört man aber leider viel zu selten etwas, immer nur die Stakkatophrasen der o. g. Wichtigtuer. Dann sind Vorurteile und der ganze Mist schnell zu Stelle.
Das Thema ist sehr vielfältig, der Platz würde hier nicht reichen. Zur Zeitungsente: Das wäre doch nicht schlimm, man geht auf`n Kurs, lernt das alles und dann gibt es ein Diplom oder ein Fix-Visum. Wer das will, hat davor keine Angst, vor allem nicht, wenn er schon in der Türkei lebt, als Rentner z. B. Doch was wäre mit den jüngeren Leuten? Wie soll das gestaltet werden?
Ein Beispiel aus dem “Ausland” ;-> nämlich Kanada. So weit ich weiss, gibt es strenge Auflagen bei der Ein- wanderung. Das ist das eine. Aber die andere Sache ist, man bekommt als “Immigrant” - das Wort sagt alles und hat keinen feindlichen Charakter (so sollte es auch sein) - einen “Coach”, einen Lehrer in einem Kurs mit anderen, der z. B. hilft bei der sogenannten “Integration”, die in unseren Breiten erst mal vom Begriff der Lästigkeit entwanzt werden müsste, denn aus Gastarbeitern wurden durchaus Einheimische. Auch hier kann man über Klischees sprechen. Kanada hilft beim Aufbau der Eigenständigkeit und Selbsverantwortung, Englisch und/oder Französisch wird solange geübt (nicht gepaukt), bis es sitzt. So macht man das woanders. Gleich wieder mit “Rausschmiss” drohen, wenn man als Türke/Türkin nach Deutschland kommt und nicht halbperfekt den Duden kennt oder auch im Fall der Umkehrung (siehe Zeitungsente), ist keine Lösung.
Es geht um die Menschlichkeit. Man muss sich umeinander kümmern, füreinander interessieren und sich bemühen. Und nicht immer gegenseitig vor den Kopf stossen. Es kann auch mal etwas missverständlich sein, doch das kann man beheben, wenn man voneinander weiss.
Ist mir in Deutschland ein Mensch unsympathisch, spreche ich nicht mit ihm, wenn das auf seiner Seite genauso ist. Und wenn ich woanders bin, dann ist das das gleiche. Das ist aber nicht abhängig vom Pass - sondern vom Menschen selbst. Mag man sich, zeigt das sich schon von selbst.
Und das ist auf der ganzen Welt so. Gesunder Verstand kennt keine Pässe, Visa oder Diploma. Das Herz spielt dabei natürlich auch eine Rolle.
Machen wir das so. Und die anderen sollen “Cene kapat”.
Devam edecek…
Kova62
Temmuz 30th, 2008 at 16:40
Hallo Kova62
“Solche Leute, die arrogant sind, findet man in Spanien.” Mit diesem Satz sagst du nur, dass du kültürsüz bist.
Maria Deutsch
Ağustos 1st, 2008 at 15:00
Zum Comment von Maria Deutsch:
Ben kültürsüz yok, und zwar weil ich aus sicherer Quelle das weiss, was man Türken in Deutschland “anlastet”, sie wollten kein Deutsch lernen, was meistens nicht stimmt.
Die Deutschen, von denen ich (korrekter gesagt auf Mallorca) hörte, sind in einer ähnlichen Situation (quasi) wie unsere türkischen Mitbürger bei uns, nur mit dem Unterschied, dass sie “für sich sein wollen” (so ein Mallorkiner), dort nicht Spanisch lernen wollen und nicht mal ein Fest geben, um die Mallorkiner einzuladen. Das machen die Türken in Deutschland aber schon viel öfter als unsere “Exilanten”.
Wenn sich das auf dem spanischen Festland auch noch herumspricht, dass man in dem Gastland, in dem man sich aufhält, die Sprache sprechen nicht mal ein wenig lernen will, dann kommt es schon zu Verbwahlen wie “Arroganz”.
Richtig ist, das man das Ansehen Deutschlands auch aus der Sicht anderer Länder und Völker betrachten muss. Dann kann man ja auch eine Verhaltensbewegung anregen.
Im übrigen möchte ich mich meiner Vorrednerin Bea mental anschliessen und wollte ihren Comment ergänzen, aus meiner eigenen Perspektive.
Danke für Deine Meinung, die ich auch respektiere. Doch ist jemand gleich kulturlos, wenn er einige Leute seines “eigenen” Volkes - zu recht - kritisiert? So wie diese Arroganten wollte ich nicht sein, und ausserdem: Ich spreche drei Fremdsprachen, Türkisch ist darunter, und wenn sich jemand das autodidaktisch beibringt und damit familär punktet, wie nennt man das dann? Wohl eher Kultur anstatt Arroganz. Ist zumindest “bei uns” so (TR-D-Aile).
Vergleich mal die Deutschen in Alanya und die auf der vorher genannten “Deutschen Insel”. Die Deutschen in Anlanya brauchen kein Spanisch, sie sprechen Türkisch.
Und nun?
Iyi günler.
Ağustos 10th, 2008 at 14:35
hallo kova62
und nun? da bleib ich bei der meinung, wenn du leute einfach pauschalisierst zeigt es dein niveau. im übrigen, ist es eine besondere leistung, wenn man 3 fremdsprachen spricht (zählst du deine muttersprache auch dazu)?
iyi aksamlar
maria deutsch
Ağustos 26th, 2008 at 05:31
Für Marıa Deutsch:
Das hier ist sicher kein Streitforum. Niveau an Menschen zu messen die man nicht persönlich kennt oder deren Charakterwert negativ bewertet hat nichts mit Fakten zu tun. Das mit Mallorca stımmt eben und das ist das eınzige was ich zu dieser kleinen Gruppe gesagt habe weil Fakt. Damit war logischerweise nicht der Rest der Welt gemeint. So wollte ich es aberauch verstanden wissen. Über den Rest kann man anderer Meınung sein.
Zu den Fremdsprachen: Deutsch ist für mich keıne Fremdsprache als Deutscher. Bleibt dıe Frage: Was sind besondere Leistungen? Etwas faktisch zu beurteilen zu können weil nachgewiesen oder Menschen zu bewerten dıe man nicht kennt?
Und Punkt.