Die letztes Jahr eröffnete, neue Haftanstalt in Mahmutlar, die auch als ”Luxusgefängnis” bezeichnet wird, bietet den Häftlingen während der Inhaftierung eine Vielzahl von Ausbildungsmöglichkeiten. Um den Insassen eine bessere und soziale Absicherung nach der Entlassung zu gewährleisten, werden besondere Kurse und Ausbildungen, wie zum Beispiel Lesen und Schreiben für Analphabeten, Fremdsprach-Kurse, Nachholung des Schulabschlusses, bis hin zu Holz- und Stoffmalerei und Buchbinden, vom Fachpersonal angeboten.
Mit dieser Form der Ausbildung von Häftlingen, wird die Zeit der Haftstrafe genutzt, in dem die Häftlinge eine Ausbildung abschließen und somit für ihre bessere und spätere Integration im Leben in Freiheit sorgen.
Zurzeit sind es von 700 Häftlingen, 40 Frauen, die ihre Freiheitsstrafe in der Haftanstalt Mahmutlar verbüßen. Als soziale Einrichtungen zählen eine Bibliothek, ein Fitnesscenter, Berufsbildende Laboratorien, handwerkliche Werkstätten, sowie Berufsschulen.
Die Häftlinge erklärten, dass somit die Zeit der Haftstrafe sinnvoll genutzt werde und sie später, nach der Entlassung, mit einem gelernten Beruf, einen Neuanfang starten können.
Ein Journalist der Anadolu Agentur, durfte mit Sondergenehmigung der Justizbehörden, die Haftanstalt besuchen und ihre Insassen befragen.
Fatih Kileci, der seit 6 Monaten in der Haftanstalt Mahmutlar seine Strafe verbüßt, erklärte, dass er einen Kurs zur Herstellung von Kupfer und Aluminiumbildern, besuche. Die Zeit der Inhaftierung vergehe damit schneller und sinnvoller. Von Vorteil sei dieser Luxus auch deswegen, weil die Häftlinge durch den Verkauf der Handarbeiten auch ein wenig Taschengeld verdienen.
Gespräche mit den Häftlingen
Yakup Keskin, ein Häftling, der im vergangenen Jahr in eine andere Haftanstalt nach Mahmutlar verlegt wurde, erklärte, dass die angebotenen Kurse stressabbauend wirken und einem mehr an Selbstwertgefühl schenken. Er fühle sich sehr viel wohler und werde den Beruf, den er in der Anstalt ausübt, auch später nach der Entlassung ausüben.
Ein weiterer Häftling, Harun Bozkurt erklärte, dass durch den Kurs für Holzmalereien, sich sein Denken über das Leben ziemlich geändert habe und die Zeit der Strafe viel schneller vorbeigehe. Außerdem baue er auf diese Weise auch sein Stress ab.
Ali Demir, ein Häftling aus der Haftanstalt Mersin, wurde vor einiger Zeit nach Mahmutlar verlegt, wo er die Reststrafe von 2,5 Jahren noch verbüßen muss. Seit 6 Monaten besuche er den Kurs für Holzmalerei, und belegte im letzten Jahr sogar einen Deutschkurs mit Abschluss. Durch einen erheblichen Fehler im Leben, sei er zum Häftling geworden, und versuche von nun ab nur noch das Beste aus seinem Leben zu machen. Deswegen seien die Kurse und Ausbildungsmöglichkeiten etwas ganz Besonderes für ihn und die anderen Häftlinge.
Der 16 jährige Yilmaz Özates, der seit 5 Monaten in Haft ist, erlernte den Beruf des Buchbinders in der Haftanstalt. Obwohl es diesen Beruf nur noch sehr selten gäbe, will er diesen Beruf auch später, nach der Entlassung, ausüben.
Weibliche Häftlinge
Für weibliche Insassen der Haftanstalt, werden besondere Kurse angeboten. Der beliebteste ist die Herstellung von Silberschmuck.
Die seit 5 Monaten inhaftierte Betül Tangör erklärte, wie wichtig es sei, solche Kurse zu besuchen um damit einen Beruf für die Zukunft zu erlernen. Sie habe die Herstellung von Silberschmuck erlernt und werde diesen Beruf nach der Entlassung weiterhin ausüben. Da die Häftlinge in Gruppen zusammen arbeiten, sei das soziale und psychologische Verhalten der Häftlinge von Vorteil.
Oberstaatsanwalt
Ali Yeldan berichtet
Oberstaatsanwalt Ali Yeldan erklärte, dass durch die Sozialarbeit, die Aus- und Weiterbildung der Häftlinge, in der nach neuestem Stand eingerichteten Haftanstalt gewährleistet wird und die Insassen auf ein soziales Leben nach der Haftzeit vorbereitet werden, was zu einer Reduktion der Anzahl der Rückfälligen führen soll. Außerdem integrieren sich Ausgebildete mit einem Schul- oder Berufsabschluss, leichter in den sozialen Alltag.
Besonderheiten der
Strafanstalt Mahmutlar
Die Strafanstalt des Types L in Mahmutlar, eröffnete im März letzten Jahres, auf einem 255.000 m2 großem Grundstück mit Besuchergebäude, Gendarmeriegebäude welches aus 60 Wohnungen für das Personal besteht, Fitnesscenter, Kinderspielplatz und Grünanlagen. Der gesamte Komplex besteht aus 6 Gefängnisblocks, Sportsalon, Konferenzsalon, 2 Fußballplätzen, 8 Bildungsstätten, 1 Kindergarten, 5 Unterrichtsräumen und 1 Bibliothek, für insgesamt 791 Häftlinge. Der Komplex wird unter höchster Sicherheitsvorkehrstandart geleitet.




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