Teile Siese Seite Auf Facebook!
Aufseufzend räumte Christine die restlichen Unterlagen auf ihrem Schreibtisch weg und sah auf ihre Uhr. Schon wieder so spät dachte sie bei sich, denn eigentlich wollte sie doch heute noch einkaufen. Um 19.00 Uhr machten doch die Geschäfte zu, und in ihrem Kühlschrank stand nur noch, einsam und allein, ein Erdbeerjoghurt. Die Mittagspause, war wie so oft, wieder ins Wasser gefallen, weil ihr Chef wieder einmal “ganz wichtige Sachen” erledigt haben wollte.
Der Blick aus dem Fenster trübte ihre Laune noch mehr, denn dicke graue Wolken bedeckten den Hamburger Himmel. Der Magen knurrte verdächtig. Ob ich es noch trocken bis zu meinem Auto schaffe, dachte sie sich? Schnell verliess sie das Büro, doch bevor sie die Strasse betrat, hatte schon ein heftiger Regenguss eingesetzt. “Auch das noch” schimpfte sie vor sich hin. Sie lief in ihrem hellblauen, fast neuen Kostüm, durch den Regen, zu ihrem 200 m entfernt stehenden, Auto.
Völlig durchnässt, die blonden Locken hatten sich in triefende Strähnen verwandelt. Die immer perfekt geschminkten Augen hinterliessen Spuren an ihren Wangen. “Warum habe ich auch gerade heute den Schirm vergessen?” fragte sie sich.
Endlich hatte sie ihr kleines Auto erreicht, legte die Kostümjacke auf den Rücksitz, um wenigstens mit trockener Bluse zu fahren. Inzwischen war auch der Regenguss vorbei. Vom Parkplatz kommend ordnete sie sich auf der Strasse in den Verkehr ein. “Nur noch schnell einkaufen”, murmelte sie vor sich hin und gab Gas.
Im Supermarkt, kurz vor 19.00 h angekommen, hob sich ihre Stimmung wieder etwas, weil Christine durch diese Tatsache das langersehnte Mahl, jetzt sicher war. Nachdem sich wieder ein Grundvorrat für die nächsten Tage im Einkaufswagen befand, holte sie sich noch eine tiefgefrorene Pizza. An der Salattheke stellte sie sich aus den Resten noch einen bunten Salat zusammen. Jetzt war das Abendessen gesichert.
Aufatmend, dass es ihr noch gelungen war einzukaufen, stellte sie die Einkäufe ins Auto und fuhr los. Schon in Gedanken, an den die Nähe gerückten gemütlichen Abend, liess ihre Aufmerksamkeit im Verkehr etwas nach.
Drei Strassen bevor sie ihre Wohnung erreichte, hastete ein Mann in einem hellen Anzug zur nächstgelegen Bushaltestelle, weil der Bus um die Ecke bog. Christine übersah eine grosse Pfütze und schon spritzte das schmutzig, braune Wasser den Mann von oben bis unten voll. “Auch das noch,” schoss ihr durch den Kopf, als sie auf die Bremse trat. Das kleine Auto blieb mit einem harten Ruck stehen.
Christine sah, dass es hier um einen Volltreffer handelte. Starr richtete sich ihr Blick auf den Mann, der wütend bemüht war, sich das Wasser von der Kleidung abzuschütteln. Die ursprüngliche Farbe des Anzugs war nur wenigen Stellen zu erkennen. Kaum Christine das Auto richtig verlassen, stand der Mann schon vor ihr.
“Sie, sie, können sie nicht aufpassen”? brüllte er, und sein Gesicht lief rot an. Aus seinen blauen Augen schossen messerscharfe Blitze. “sehen sie sich meinen Anzug an, er ist total ruiniert. Das habe ich ihnen zu verdanken.” Dann ging es weiter: “Frauen gehören in die Küche und nicht ans Steuer.”
-2 -
Christine, die ihn bis dahin wortlos angestarrt hatte, und dabei auch noch feststellte, dass er verdammt gut aussah, wurde jetzt auch wütend. Die Entschuldigung, die sie schon auf den Lippen hatte, ging völlig unter. “Das glaube ich jetzt auch fast, denn sie sind schon mein fünf-tes Opfer diese Woche”., sagte sie mit eisiger Miene. Der Mann sah sie fassungslos an und rang nach Luft. Was er sehr sah, gefiel ihm eigentlich ganz gut, was jedoch durch ihre Worte in den Hintergrund trat. “Ist das alles was sie dazu zu sagen haben”? entrang sich seinen Lippen. “Ich hatte ja keine Chance, eine Entschuldigung vorzubringen und habe jetzt auch keine Lust mehr dazu. Hier haben sie meine Karte, schicken sie mir die Rechnung zur Begleichung zu,” drehte sich um, setzte sich ins Auto und fuhr, innerlich bebend, nach Hause.
Mit ihren Einkäufen betrat sie wenig später ihre kleine Wohnung. Immer noch aufgebracht, tauschte sie ihre, heute reichlich lädierte Bürokleidung, gegen einen grünen Hausanzug, der sie gut kleidete und sehr bequem war. Die total aus der Form geratenen Haare, die inzwischen trocken waren, band sie zu einem Pferdeschwanz zusammen. Sie stellte den Backofen für ihre Pizza an und verstaute ihre Einkäufe. Nach allem Ärger heute, wollte sie sich verwöhnen und deckte schön den Tisch. Stellte den Salat schon darauf, zündete eine Kerze an, holte die letzte Flasche Rotwein aus dem Schrank und freute sich auf ihr Mahl.
Während der ganzen Zeit und auch beim Essen dachte sie an den peinlichen Vorfall mit der Pfütze. Trotz des heftigen Wortgefechts musste sie sich eingestehen, dass ihr der Mann ausserordentlich gut gefallen hatte. Auch der total beschmutzte Anzug konnte die Attraktivi-tät ihres Kontrahenten nicht schmälern. Die dunkelblonden Haare, das gut geschnittete Gesicht mit dem energischen Kinn und den blauen Augen, die sie jedoch bisher nur wütend funkelnd kannte. Ob die blauen Augen auch zärtlich sehen konnten? Doch diese Chance hatte sie sicherlich vertan. Vielleicht ergab sich noch eine Chance für sie, wenn er seine Ansprüche
geltend machte?
Gerade hatte Christine, bei schöner Musik und einem Buch, es sich auf der Couch gemütlich gemacht. Da klingelte das Telefon. Anja, ihre Freundin war dran. “Hallo Christine, hier ist Anja, ich wollte doch mal hören wie es Dir geht?” “Oh, es ging mir schon besser”, kam von Christine zurück.
Anja, die bereits Christine 20 Jahre kannte, weil sie schon seit der Kindergartenzeit mit-einander befreundet waren, merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. Während jedoch Anja schon verheiratet war und seit ein paar Monaten eine Tochter hatte, zog Christine das Single
Leben vor. Der richtige Mann war für sie einfach noch nicht gekommen.
“Was ist denn los mit Dir?” hakte Anja daher auch gleich nach.
Christine erzählte dann von ihren heutigen Erlebnissen. Als sie jedoch die Geschichte mit dem Unbekannten und der Pfütze erzählte, brach Anja in schallendes Gelächter aus. Besonders erheiterte sie, dass Christine ihn als fünftes Opfer in dieser Woche bezeichnete.
Auch Christine stimmte jetzt in das Gelächter ein. “Schade, dass ich nicht dabei war,” kicherte Anja nochmals los. “Und nun?” fragte Anja. “Jetzt warte ich, dass er sich meldet und seine Kosten anfordert, dann zahle ich die Rechnung und will ihn nie wieder sehen”,
gab Christine zurück. Ihre Laune hatte sich jedoch merklich gebessert, was Anja beruhigend feststellte.
“Jörg wird nächste Woche 30 Jahre alt, wir wollen ganz gross feiern”, fuhr Anja fort.
-3 -
Jörg ist Anjas Mann, mit dem Christine inzwischen auch ein freundschaftliches Verhältnis -
verband. “Ausser Elke und Manni, Sven und Heike und Katja und Peer kommt noch ein Ar-beitskollege von Jörg.,” zählte sie auf.
Bei Christine schrillten die Alarmglocken, denn sie dachte an die verschiedentlichen Ver-kupplungsversuche ihrer Freundin. Es war ihr grösster Wunsch Christine verheiratet und auch mit Kind zu sehen, damit die Kinder gemeinsam miteinander aufwachsen konnten. Sie war der Meinung, dass sich dies ja in ihrer Generation schon bewährt hat. Nur Christine fehlte einfach noch der richtige Mann, und als gute Freundin wollte Anja hier eben nachhelfen.
Christine äusserte auch gleich ihre Bedenken, was Anja heftig von sich wies. “Nein, David ist neue neue Ingenieur bei Jörg in der Abteilung und gerade erst aus Düsseldorf hierher umgezogen.” Über seine persönlichen Verhältnisse wüsste sich nichts, gab sie an. Also musste dies Christine so hinnehmen.
Es wurde dann vereinbart, dass Christine am folgenden Samstag abends um 8.00 Uhr kommt.
Christine freute sich über die Einladung, es war doch einmal eine willkommene Abwechs-lung, in ihrem doch recht eintönigen Leben. Ihr Leben drehte sich hautptsächlich um ihre Arbeit als Sekretärin bei dem Direktor eines grossen Autoreifenwerkes. Ihr Chef war ein Arbeitstier und verlangte dies auch von seinen Mitarbeitern. Sicher, sie verdiente gutes Geld, aber war das schon alles? Ihr Privatleben war sehr geschrumpft, denn sie hatte kaum noch Zeit für ihre Freunde, oder etwaige Hobbies.
Sie überlegte sich, dass sie sich zu dieser Gelegenheit wieder einmal ein neues Kleid leisten könnte. Christine nahm sich vor, nächste Woche einen Tag Urlaub zu nehmen, um einen Stadtbummel zu machen.
Am Freitag dann, hatte sie ihren freien Tag. In einer kleinen aber exklusiven Boutique auf der Mönckebergstrasse fand sie dann ihr Traumkleid. Die meergrüne Seide, schmal und schlicht geschnitten, umschmeichtelte ihre makellose Figur und bildete einen schönen Kontrast zu ihrem blonden Haar.
Der Samstag war gekommen. Ihr Friseur, den sie heute noch besuchte, schnitt ihr schönes Haar nach und legte es dann in weich fallende Locken, die ihr apartes und ebenmässiges Gesicht umrahmten.
In ihrem neuen Kleid und sanft, ihre Vorzüge unterstreichend, geschminkt, verliess sie um halb acht ihre Wohnung, um zu Anja und Jörg zu fahren. An der Tür wurde sie von Anja mit einem grossen “Hallo” empfangen. Die anderen Freunde, die sie auch schon länger nicht gesehen hatte, begrüssten sie auch freudig.
Jörg stand mit dem Rücken zu ihr an der improvisierten Bar und unterhielt sich mit einem Mann, von dem sie auch nur den Rücken sah. Freudig lachend kam Jörg auf sie zu, dem sie dann mit einem Küsschen herzlich zum Geburtstag gratulierte.
Jörg nahm sie an der Hand und ging zur Bar, um sie seinem Arbeitsklollegen vorzustellen. Als dieser sich dann umdrehte, stand sie da, wie vom Donner gerührt. David, der Kollege von Jörg, war ihr Pfützenopfer. Seine blauen Augen, an die sie noch oft gedacht hatte, blickten
-4 -
sie amüsiert an und sagte: “ja, so trifft man sich wieder.” Schnell hatte sie sich wieder gefasst, und die sanfte Röte, die kurzzeitig ihr Gesicht überzog, machte einem charmanten Lächeln Platz. “Schön, dann können wir ja gleich übe die Regulierung ihrer Reinigungsrechnung sprechen.” Beide fingen nun an herzhaft zu Lachen.
Jörg liess die Beiden mit einem wissenden Schmunzeln allein.
Wo hatte ich nur meine Augen, fragte sich David, von ihrem Anblick verzaubert und seine Augen nahmen jenen Ausdruck an, den sich Christine im insgeheimen gewünscht hatte. Seine einst so hart dreinblickenden Augen, blickten nun sanft Christine an. In Christine ging nun eine Wandlung vor. In ihrem Bauch fingen Schmetterlinge zu tanzen an. David reichte ihr ein Glas Sekt und sie prosteten sich zu.
David erzählte ihr dann, dass er an diesem Unglückstag den Bus nehmen musste, weil sein Auto nach einen Kundenbesuch einfach nicht anspringen wollte, die Werkstatt holte es zur Reparatur ab. Dadurch war er sehr verärgert, denn das Auto war gerade erst 3 Monate alt. Die Tatsache, dass er hier in der fremden Stadt noch keine Wurzeln geschlagen hatte verstärkten seine trüben Gedanken. Dies entlockte Christine ein verständnisvolles Lächeln. Dann erzählte sie von ihren Hindernissen an diesem Tag. Unmerklich kam man sich immer näher. Bald hatten Beide das Gefühl, als würden sie sich schon ewig kennen.
Ihre Freunde beobachteten wohlwollend die Beiden und Anja fühlte, dass sie ihrem Wunsch näher kommen würde.
Später als das Tanzbein geschwungen wurde, tanzten die Beiden. Wer sie sah spürte die grosse Harmonie, die die Beiden ausstrahlten. Kaum zu glauben, dass es ihre ersten gemeinsamen Tänze waren. Hier hatten zwei verwandte Seelen zusammengefunden.
Als der allgemeine Aufbruch gekommen war, man sich herzlich von den Freunden verabschiedete, legte David wie selbstverständlich seinen Arm um Christine und raunte ihr ins Ohr, dass er sie nach Hause bringen werde. Bedingt durch den reichlichen Sektgenuss beschloss man zu Fuss durch die Nacht zu gehen.
Vor Christines Haus dann angekommen, drehte er ihren Kopf zu sich und zog sie fest in seine Arme. Im Dunklen sah sie in seine sanften Augen und atmete schwer. Langsam näherte sie sein Mund ihren Lippen und verschloss sie mit einem innigen Kuss, der der Auftakt zu einem glücklicheren Leben wurde.
Von:Christa Schummann
(Nachdruck nicht gestattet)
Teile Siese Seite Auf Facebook!129 Responses to “Christa Schummann… und die Sonne nach dem Regen”
Sayfalar: [13] 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 … 1 » Show All
Sayfalar: [13] 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 … 1 » Show All

Temmuz 6th, 2011 at 11:09
We still cannot quite feel like I was able to come to be a type checking important points entirely on your blog post. My children and so i are sincerely thankful for one’s generosity and with giving me possibility pursue our chosen profession path. Basically info I had on your web-site.
Haziran 28th, 2011 at 06:33
I am really impressed together with your writing skills neatly as with the format for your blog. Is that this a paid subject matter or did you customize it yourself? Anyway stay up the excellent quality writing, it is uncommon to see a great blog like this one these days..
Haziran 20th, 2011 at 05:30
Discount Gucci Handbags Are you ok only repost this on my site? Among the finest giving credit where its due. Have a very good great day!
Haziran 15th, 2011 at 19:51
This is a terrific web site, might you be involved in doing an interview about how you designed it? If so e-mail me!
Haziran 14th, 2011 at 15:00
I do believe we have a issue with your site making use of Flock web browser.
Haziran 3rd, 2011 at 01:08
Cheap Thailand Holidays…
[...]while the sites we link to below are completely unrelated to ours, we think they are worth a read, so have a look[...]…
Haziran 3rd, 2011 at 00:55
Generally I don’t read post on blogs, but I wish to say that this write-up very forced me to take a look at and do so! Your writing style has been amazed me. Thanks, quite nice post.
Haziran 3rd, 2011 at 00:44
I would like to thank you for the efforts you’ve put in writing this web site. I am hoping the same high-grade website post from you in the upcoming also. Actually your creative writing abilities has inspired me to get my own web site now. Actually the blogging is spreading its wings quickly. Your write up is a good example of it.
Haziran 3rd, 2011 at 00:28
The Zune concentrates on being a Portable Media Player. Not a web browser. Not a game machine. Maybe in the future itll do even better in those areas, but for now its a fantastic way to organize and listen to your music and videos, and is without peer in that regard. The iPods strengths are its web browsing and apps. If those sound more compelling, perhaps it is your best choice.