Wie alle Jahre wieder befinden wird darüber geklagt, dass viele Geschäfte jetzt schon vor dem Ruin stünden. Die Monate von Januar bis Mai sind in jedem Monat wirtschaftlich schwierige Monate. Straßenmodernisierungen und eben das neidbesetzte Dauerthema “all-inclusive” sind als Schuldige ausgemacht. Eigene unternehmerische Mängel hingegen kommen schließen als Ursache wie selbstverständlich aus.
Vor einigen Tagen verzehrten mein lieber Freund Georg Prenzel und ich in Avsallar unser Mittagessen in einem Imbiss. Zu dritt ergab das einen Betrag von YTL 25.–. Freund Georg lud ein und bat um die Rechnung in Euro. Der Betrag erhöhte sich auf € 17.— an einem Tag, als der Wechselkurs bei YTL 2,10 stand. Darauf angesprochen berechnete der superclevere Imbißbetreiber “nur” noch € 15.–. Das ganz genau ist die immer wieder zu beobachtende Masche des Überdentischziehens von Gästen. Können Sie, der Leser, sich denken, weshalb wir einen solchen Laden nicht mehr betreten werden?
Was passierte noch in den vergangenen Wochen?
Die Stadtiverwaltung musste wieder mehrere Betreiber von Bootsausflugsfahrten mit Geldstrafen und zeitweisem Betriebsverbot belegen. Ebenso erging es diversen Restaurantbesitzern - wegen Belästigung von Gästen auf offener Straße.
Flughafen Gazipaþa erneut ein Rätsel
Trotz vielen Geredes vor einigen Monaten, dass die Inbetriebnahme des Flughafen Gazipaþa genehmigt sei und 2009 die ersten Flugzeuge landen werden, ist alles in einem Luftloch untergegangen. Geredet wird landesüblich weiter - über Kleinflugzeuge. Doch Staatspräsident Abdullah Gül verlängerte bei seinem Besuch in Alanya die endlose Reihe unkonkreter Versprechen - nach dem Motto: alles wird gut für Gazipaþa. Inshallah! Kerim Aydoðan, Eigentümer des Luxushotels Gold City in Kargýcak hingegen sehr pragmatisch: erhält Gazipaþa entgegen allen Versprechungen und Prognosen keinen Anschluß an das Weltflugnetz, dann werde ich meine Planungen für den gerplanten Yachthafen Gazipaþa verbrennen.
Liebe Leser, seit Jahren schreibe ich gemeinsam mit der “Yeni Alanya Zeitung” über den Flughafen Gazipaþa - und auch ich habe die jahrelangen Versprechungen gar artig hingenommen. Nun bin sogar ich zum Skeptiker geworden. Sollen doch die Kühe weiter ihre Weiden behalten
Juweliere kämpfen ums geschäftliche Überleben
Fast täglich schließt ein Juwelier noch vor dem Beginn der Saison. Auch hier wird das System”all inclusive” als Ursache benannt. Es sei keine Kostendeckung mehr zu erlangen. Rýfký, Inhaber der “Zwei Juweliere” gegenüber dem ehemaligen shopping center sieht die Ursachen eher hausgemacht bei der eigenen Zunft.
Jeder Juwelier, der seine Berufung ernst nimmt und wirklichen individuellen Schmuck offeriert, der abrückt von der teilweise überteuerten Fabrikramschware, der sein Geschäft fantasievoll bewirbt, der wird auch in einem schwierigeren Umfeld sein gutes Auskommen finden. Vor allem, wenn er dazu noch kaufmännisch korrekt abrechnet - und der seinen Kundenstamm damit über Jahre hat.
Ahmet Algül
Alanya Bote


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