„Wir sind durchaus nicht ungläubig, lediglich andersgläubig!“ So ein sonntäglicher Nachgottesdienst, zumal bei Kaffee und Kuchen ist die beste Gelegenheit, den Schreiber für diesen unseren Alanya-Boten sich zu greifen!
„Du hast uns als die Ungläubigen bezeichnet! Schande über Dich!“ Nun bin ich alles andere als zerknirscht, streue auch keine Asche auf das kahle Haupt – und werde weiter die Dinge beim Namen nennen. So. Im Gegensatz zu Politikern allerdings sei allerdings nicht behauptet, falsch verstanden worden zu sein. Die Kritiker haben durchaus Recht, ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt. Und hiermit sei der Versuch der Richtigstellung gewagt:
Selbstverständlich können Christen alles Recht der Welt für sich in Anspruch nehmen, einen Glauben zu praktizieren, diesen ernst zu nehmen – und vor allem nach ihrem Glauben auch zu leben.
Aus der Sicht des Islam und seinem das muslimische Leben regelnden Koran sind alle ihren anders praktizierten Gauben – eben Ungläubige. Von diesen nimmt man zwar gerne die in YTL gewandelten €, US $, Rubel und jedwedige andere Währungen entgegen. Aber gerade hier in der Türkei, das sei offen ausgesprochen, werden andere, vor allem christliche Religionen von Staats wegen wie vom Islam aus aktiv und vorsätzlich unterdrückt. Man duldet die Christen aus pekuniären Gründen, sieht sie aber lieber von hinten. Ein christlicher Sakralbau nur hier in Alanya? Undenkbar derzeit. Er wird gezielt hintertrieben.
Das mag nicht zuletzt an der Uneinigkeit der lieben Christenheit untereinander liegen. Der nach Freiburg zurückgekehrte Pfarrer Johannes kann ein mehrstimmiges Lied davon singen. Eine Einigung der Christen und eine Konzentrierung der Kräfte auf den gemeinsamen Glauben und seine Umsetzung blieb ihm versagt. Leider. Aber er hat erreicht, dass auf engem Bereich Islam und Christentum sich mit Achtung begegnen. Es bringt nicht weiter, die immensen Unterschiede zwischen Islam und Christentum in frommer Soße zu ertränken. So lange die Angst vor dem Anderen auf jeder Seite alle, die guten Willens sind, ausbremst, so lange bleiben Andersglaubende eben die Ungläubigen!
Übrigens: wann waren Sie, der Leser, denn zum letzten Mal Gast in einer camı, einer Moschee? Noch gar nicht? Imam Osman, Imam in Mahmutlar und seine Gemeindemitglieder erwarten Sie! Wenn Sie erleben, wie viele hundert Muslime zum gemeinsamen Gott beten, dann geht es vielleicht ein, dass diese Ungläubigen bis auf den heutigen Tag noch keinen Christen bei lebendigem Leibe verspeist haben. Soll ich Sie bekannt machen?
Peter Hockenholz


Nisan 16th, 2008 at 06:42
Aber ja lieber Peter, ich bin schon sehr neugierig, wer von uns beiden dann der Gaumenschmaus wird.
Bis bald Georg
Nisan 17th, 2008 at 03:51
Du natürlich, lieber Georg! Ich bin zu zäh und schmecke nicht mehr….
Freue mich, wenn Du bald kommst! Peter
Nisan 18th, 2008 at 03:47
Hallo mein lieber Peter,
bis morgen/übermorgen. Ach so: Gott oder wem auch immer sei dank, sind die Geschmacksknospen des menschlichen Individiums unterschiedlich ausgeprägt. Ich an Deiner Stelle, wäre daher nicht so sicher…
Gruß Georg
Nisan 18th, 2008 at 06:41
…. ich bleibe dabei, Georg, Du wirst es sein; das schabende Geräusch rührt daher, dass die Messer schon gewetzt werden…
Mir kann da nichts weiter passieren, immerhin liege ich doch ziemlich vielen Leuten schon schwer genug im Magen; frage mal Ahmet!
Kommst Du trotzdem noch bald????
Gruß Peter Ho.