Nicht jedermann kann mit einer Majestät befreundet sein. Leider ist Rex, der König, auf ein äußerst bescheidenes Minimum an Lebensraum beschränkt. Sein Herrschaftsbereich ist auf nur wenige Quadratmeter reduziert. Denn Rex liegt in schweren Ketten und diese sind auch noch mit soliden Vorhängeschlössern an beiden Enden gesichert. Rex ist ein Kampfhund, ein Pitbull in der Nachbarschaft. Er kämpft, – vorwiegend mit dem Schlaf. Aber auch um Anerkennung durch eine streichelnde Hand. Die kriegt er selten.
Sein, sehr vorsichtig ausgedrückt, dem Alkohol nicht völlig abgeneigter Besitzer füttert den Rex zwar nicht regelmäßig, aber der Vierbeiner sieht nicht verhungert aus. Abgeschlagene Fischköpfe mögen nahrhaft sein, aber wenn sie zum Himmel stinken? Auch altes trockenes Weißbrot hat wohl einen gewissen Nährwert. Vor allem, wenn es in einem alten verbeulten Kochtopf, der eine dicke Isolierschicht aus Dreck aufweist, dargeboten wird und wenn der zweite, ebenso reinlich wie sein Nachbar, vermutlich für Trinkwasser vorgesehen, vorwiegend leer zum Himmel stinkt.
Der Besitzer der Bruchbude, die Rex zu bewachen angekettet ist, hat vermutlich häufig genug anderes vor, als seinem Rex ein guter Hundehalter zu sein. Wenn er abwesend ist, heult Rex.
Dann schleichen wir uns hin mit einer Gießkanne voll Wasser und einem großen Beutel Essbarem für Hunde.
Dann haut er sich den Bauch voll, spült kräftig nach – nun beginnt es erst richtig. Der dicke Hundekopf mit seinen gelben klugen Augen drückt sich heftig in beide Hände und das glänzende Fell kriegt einfach nicht genug vom Streicheln. Nicht völlig unerwartet sieht man die Welt wie durch eine Weichzeichnerlinse. Das Freudengeschoss landet aus dem Stand heraus seine Zuneigung ziemlich feucht auf den Brillengläsern. Es sieht ja niemand; sein (Un)-Herrchen ist wieder einmal abwesend.
Schluss damit, Rex, der Alte naht mit grimmem Gesicht. Vorher ebenso fix noch die Schaufel bemüht für die Beseitigung der königlichen Hinterlassenschaften. Aus reiner Bosheit rücken die Haufen direkt am Eingang zur Bruchbude – direkt vor die Treppe. Ein wenig Schadenfreude darf man sich ja wohl noch gönnen. Wenn ich mir vorstelle, wie da jemand in der Dunkelheit hineinlatscht….
- ho




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