Seit Jahrhunderten sind Blumen das Symbol für Gefühle und Empfindungen. Auch in der heutigen Zeit haben die Blumen in unserem Alltag eine große Bedeutung. Im Osten Persiens oder im Schwarzmeergebiet liegt die ursprüngliche Heimat der Tulpe. Als die Osmanen diese Gebiete besiedelten, kam diese Pflanze als Handelsobjekt nach Istanbul. Dort kultiviert, machte sie eine Aufsehen erregende Karriere in der türkischen Gartenkultur. Vor allem in den Gärten des Sultans blühte sie in großen, herrlich farbigen Beeten.
So ließ Fatih Sultan Mehmet (regierte 1451- 1581) um das Topkapı Serail riesige Tulpenbeete anlegen und beauftragte 900 Gärtner, sie zu hegen und zu pflegen. Seit der Ära des Kanuni Sultan Süleymans (1520 - 1566) herrschte ein regelrechter Tulpenwahn. Es entwickelte sich ein umfangreicher Handel mit dieser wunderschönen Pflanze, deren Preise dadurch ins Unermessliche stiegen. Sultan Selim ließ in einem einzigen Jahr 50 000 Tulpenzwiebeln pflanzen. Den Höhepunkt ihrer Beliebtheit erreichte die Tulpe im gleichnamigen Tulpenzeitalter des Lale Devri (1703- 1730). Hier feierte man große Tulpenfeste in den hell erleuchteten Gärten des Sultanpalastes. Die Züchtungen wurden hier wissenschaftlich betrieben: in den Beeten zeigten silberne Schriftzüge die Namen der dort gezogenen Arten an. Die Osmanen schufen viele Tulpenzüchtungen.Auch in der bildenden Kunst spielte die Tulpe als Motiv eine große Rolle (auf Keramikfliesen, Textilien und als Dekor). Die osmanische Bezeichnung für die Tulpe war -laleh- wie sie im Volksmund genannt wurde.


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