Das ist die gute Nachricht in einem unguten Spiel! Auf die Bluttransfusionen war die Kölnerin Ingrid Müller dringend angewiesen. Als Notfall eingewiesen musste ihr in einer Sofortoperation ein Unterschenkel amputiert werden. Ingrid Müller und auch ihrem Lebenspartner geht es den Umständen nach gut.
Dank der Hilfsbereitschaft von 29 türkischen Blutspendern, welche die unabdingbare Notoperation überhaupt erst ermöglichten. Der Alanya-Bote und Andreas Hodapp vom WDR besuchten die Patientin an ihrem Krankenbett. “Ich bin eben eine rheinische Frohnatur, so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen! Auf einem Bein steht es sich nicht so gut wie auf beiden, aber es wird schon werden!”
Der WDR berichtete in seinem Beitrag “Aktuelle Stunde am Mittwoch, 12.03.2008 in der Reihe “Leben im Alter”, einem Leitthema der ARD im Ersten – gesehen von einer Million Zuschauer.
Am gleichen Sonnabend, dem 8. März, startet eine Hilfsorganisation Sofkor aus Avsallar mit ihrem Vorsitzenden Bilal Özünal eine medienwirksame Demonstration vom Denkmal des Staatsgründers der modernen Türkei bis zur Neuen Moschee.
Geschätzte 30-40 Demonstranten fortgeschrittenen Alters zeigten auf klorollenähnlichen Papierstreifen ihren Unmut gegen die deutsche Bundeskanzlerin, die deutsche Sozialpolitik, das deutsche Krankenversicherungssystem, das deutsche Konsulat. Alles in allem ein medienwirksamer Rundumschlag gegen Deutschland, initiiert von Özünal. Woher der Mann seine Kompetenz herleitete, war nicht erkennbar.
Brav setzten sich die drei Handvoll demonstrationsfreudiger Senioren auf Geheiß in den Straßenstaub und skandierten ebenso bereitwillig die vorskandierten Parolen.
Äußerst unwirsch reagierte Bilal bey auf mehrfaches Nachfragen, wer denn veranlasst, dass Ausländer generell und ohne Klärung der Folgekosten immer erst in private Krankenhäuser in Alanya eingeliefert werden. Er blieb vor den türkischen und deutschen Medien die Antwort schuldig und stand auch nach dem Minisspektakel für kritische Gespräche nicht mehr zur Verfügung.
Immerhin hat er eigenverantwortlich die Patientin in ein Privatkrankenhaus einliefern lassen und sie vorsätzlich oder zumindest fahrlässig dem erheblichen Zusatzkostenrisiko ausgesetzt. Dieser Hintergrund rückte bei der Berichterstattung durch die türkischen Medien leider zu Gunsten der Sensation in den Hintergrund.
Im Sozialgesetzbuch fünf (SGB V) der Bundesrepublik Deutschland sind die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im In- wie im Ausland eindeutig geregelt, da kann keine Kanzlerin, kein Konsulat, niemand, etwas hinein- oder hinausinterpretieren.
Auf welche Leistungen jeder gesetzlich Krankenversicherte einen unabdingbaren Rechtsanspruch hat und welche Leistungen er privat abzusichern hat, erklärt ihm seine Krankenkasse so verständlich, dass er selbst Chancen und Risiken einschätzen und entsprechend vorsorgen kann.
Der Alanya-Bote wünscht der Patientin Ingrid Müller, dass sie ihren Lebensmut behält – wir wollen gerne Kontakt halten – Gute Genesung, Frau Müller!
- ho


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