Der lange - und verdiente - Abschied

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Pfarrer Joachim und Frau Johanna Kusch - Einst, zum Beginn seiner letzten Stufe der Karriereleiter in Alanya hatte Pfarrer Kusch es schwer genug gemacht bekommen. Doch das ist vergessen. Nun machte er es nebst seiner Frau den Gästen auf einer bewegenden Abschiedsfeier seinerseits schwer. Am 19. Februar, dem Tag seines 70. Geburtstages lud Kusch zu einem Liedernachmittag, der bis in den Abend ging, ein, anstelle eines Abschiedsgottesdienstes.

Ein weiteres Mal brachten Elif Akýncý, Mezzosopranistin an der Staatl. Oper Antalya und Fritz Kaas, Dozent am Staatlichen Konservatorium Antalya Kultur und einen Hauch von großer weiter Welt nach Alanya. Leider musste der Pianist auch dieses Mal anstelle eines vernüftigen Klavieres sich mit den sehr eingeschränkten Möglichkeiten einer Heimorgel quälen. Damit konnte er die Stimme der Mezzosopranistin trotz aller Virtuosität nicht wirklich stützten; Schwerarbeit für beide Künstler.

Lieder und Arien in deutscher und türkischer Sprache, vielfältig in Ernst und Heiterkeit erreichten die Ohren des Publikums im voll besetzten Saal des Kulturhauses in Alanya und bei vielen auch, so weit vorhanden die Seelen der Menschen. Lang anhaltender zugeneigter Ovation dankten die Interpreten mit Mozarts “Veilchen” als Zugabe.

Der Müftü entsandte gleich drei Stellvertreter, Herrn Kusch und seine Arbeit in Alanya zu würdigen. Einer von ihnen tat das mit der gebotenen Höflichkeit, aber auch mit der Kühle, die vom Repräsentanten der Muslime Ungläubigen gegenüber gepflogen wird.

Herzlich hingegen die Repräsentanten der Stadt Alanya, übersetzt von Fahri Yiðit, liebevoll von Kuschs Gemeinde auf Zeit, dem St. Nikolausverein. Die Ära Kusch geht zu Ende. Schade, dass er zurück geht nach Deutschland, nach Freiburg. Dort gibt es Badische und Unsymbadische. Einer von beiden Gruppen wird er sich anschließen.

Aber vorher wird er noch in die Luft gejagt. Sein Nikolausverein schenkt Kuschs zum Abschied einen Aufenthalt im türkischen Kappadokien - mit einer Fahrt im Luftballon.
Aber Vorsicht, Joachim Kusch, da oben ist die Luft dünn. Alanya verabschiedet sich
mit vielen guten Gedanken an zwei interessante Menschen. Hoþ Geldiniz, Frau und Herr Kusch!

- ho

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Rüya Tabiri
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