Der Teufelskreis der Integration

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Türken in Deutschland - Ein Ausschnitt aus dem Leben einer türkischen Familie. Liebe Leser des Alanya Boten, in dem 1. Teil meiner Kolumnenserie setzte ich mich mit der Problematik einer türkischen Migrantenfamilie auseinander und versuchte Ihnen einen Einblick in das Leben einer türkischen Migrantenfamilie zu gewähren. Ich hoffe , dass mir dieses gelungen ist. Aus dem aktuellen Anlass der Brände in Ludwigshafen, möchte ich mich heute mit dem Teufelskreis der Integration auseinandersetzen.


Ich denke, dass Sie alle bestens mit dem Terminus Integration vertraut sind - er taucht überall auf, auch bei den Wahlprogrammen jeglicher Parteien, Einbürgerungstests oder allgemein als Begriff. Leider beschränkt sich das Ausmaß an Reflexion allein auf das Wahrnehmen des Begriffes an sich. Viele MitbürgerInnen fordern von Ausländern, dass sie sich integrieren sollen, oder dass Multikulti gescheitert sei und es zur Bildung von Parallelwelten zwischen Deutschen und Türken in Deutschland gekommen sei.
Meine letzte Kolumne führte ich folgenderweise zu Ende:
”Die Existenz einer multikulturellen Gesellschaft in Deutschland ist unbestreitbar. Deswegen sollten Deutsche und Türken sich besser kennen lernen und lernen miteinander - und nicht parallel nebeneinander zu leben.”
Was denken Sie nun ??? Möglicherweise stellen sie sich die Frage, weshalb Deutsche und Türken parallel und NICHT miteinander in ein und derselben Gesellschaft leben.
Auf den ersten Blick erscheint die Problematik recht simpel: Vielleicht denken Sie gerade ‚
”die Türken beharren zu sehr auf ihrer Tradition und sind einfach nicht dazu bereit, sich zu ändern.” Ja ???
Ist das denn wirklich so ? Haben Sie sich schon mal gefragt, wieso wir als Völker mit über Integration herbeizuführen?
Sind denn wirklich nur die ”asozialen’ Türken daran schuld, oder ist den Deutschen auch irgendeine Schuld zuzuweisen??
Meiner Meinung nach trifft beides zu. Um es kurz zu fassen, würde ich diese problematische Lage als den sogenannten Teufelskreis der Integration bezeichnen.
Ein Teufelskreis und ein Dilemma, wo man nur schwer durchblicken kann.
Deswegen ist es auch nicht einfach einen Startpunkt zu
finden….aber setzen wir mal bei den Gastarbeitern an.
-Anno 1964… Wir befinden uns inmitten des Wirtschaftswunders in der Bundesrepublik Deutschland( BRD). Der auf den 2. Weltkrieg basierende Mangel an Arbeitskräften muss ausgeglichen werden… Nach langem Hin-und Her beschließt die BRD , provisorische Arbeitskräfte aus den Ländern Italien, Spanien, Griechenland ,der Türkei usw… anzuwerben.-
So geschah es auch . … Mitte der 1960er kamen nun tausende Türken aus Anatolien, um ihre finanzielle Lage zu verbessern.
Im Laufe der Zeit änderte sich die ökonomische Situation Deutschlands und es kam Ende 1960er zu einem Anwerbestopp. Die Gastarbeiter waren immer noch nicht zurückgekehrt. Anstatt zurückzukehren, beschloss der große Teil der Türken, in Deutschland sesshaft zu werden. In den 70er Jahren wanderten die Familien der überwiegend männlichen Gastarbeiter ein, um ein neues Leben aufzubauen, ein Leben in der Diaspora.
Nur die wenigsten machten sich die Gedanken darüber, wie ein langfristiges Leben in der neuen Heimat aussehen könnte. Mangelnde Deutschkenntnisse, die das Alltagsleben beträchtlich erschwerten wurden anscheinend ignoriert. Man dachte nur daran, sein ”Ekmek Parasi”, übersetzt ”Brotgeld” zu verdienen um sein Leben aufrechtzuerhalten.
Mit dem Einwandern der Türken bildeten sich automatisch Minderheiten, worin die Einwanderer zuflucht bei ihrergleichen suchten. Das Sprachproblem, bereits oben angedeutet , stellte eine Kommunikationsblockade zu den Deutschen dar. Dies führte zur Abschottung der Türken in eigene Gemeinden.
Der deutsche Staat, sehend, dass die Türken nicht mehr zurückkehren würden, unternahm nichts, um das Sprachproblem zu lösen. Man hätte meiner Meinung nach Sprachkurse für Ausländer anbieten können, um sie leichter in die Gesellschaft zu integrieren, denn die Prämisse für einen Dialog ist Kommunikation . Eine erfolgreiche Kommunikation baut auf Dialog, und Dialog auf Sprache auf… Wenn diese Bedingung nicht erfüllt ist, hilft es nicht weiter.
Pinar Algül, Studentin der Angewandten Fremdsprachen und Wirtschaft,
Uni Giessen

One Response to “Der Teufelskreis der Integration”

  1. 1
    meyer Says:

    wow, sehr hübsch, da macht das “integrieren” Freude!

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