Ein von der Obrigkeit verordneter Zwangsaufenthalt hinter schwedischen Gardinen ist kein Erholungsurlaub. Auch, wenn es manches Mal so aussieht. Nicht einmal in der moderne Vollzugsanstalt hinter den Betonburgen Mahmutlars. Aber hier werden offenbar Knacki und Co. zu einer Reflektion mit sich selbst angeregt.
Wo sonst hat man schon die Gelegenheit, sich unter Anleitung kreativ zu betätigen. Zu sehen waren die Ergebnisse bis zum 11. Januar 2008 in der Vorhalle des Alanyum Alanya. Bilder, Holzarbeiten, Metallarbeiten waren zum Verkauf ausgestellt. Akif bey, Gefängnisdirektor, geht damit ganz bewusst den Weg in die Öffentlichkeit.
Sein Ziel ist es, mit dieser Aktivität zu veranlassen, dass interessierte Insassen sich ein Stück Menschenwürde und Anerkennung in der Öffentlichkeit zurückgewinnen. Resozialisierung ohne Verklärung - aber auch ohne den Rachegedanken einer strafenden Obrigkeit.
Das Material für die Exponate wird von der Anstalt gestellt, die Erlöse werden dem jeweiligen Konto des Häftlings gutgeschrieben und soll bei der Entlassung das schmale Entgelt aufbessern, um bessere Startbedingungen bei einem Neuanfang zu schaffen.
Eine nächste Ausstellung ist voraussichtlich für den Monat Mai im Kulturhaus der Stadt Alanya geplant, dann zweisprachig und mit engagierter persönlicher Ansprache interessierter Besucher. – ho




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