Die Zehnuhrdonnerstagswanderer

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Etwas mürrisch und leicht angefroren von der Morgenkühle kommt man zum morgenwarmen Alanya-Busbahnhof. Immer donnerstags so gegen Zehne sieht man eine Ansammlung früher guter Laune. Seit einem Jahrzehnt die Donnerstagswanderer. Man kennt sich seit langem, seit kurzem, vielleicht noch gar nicht. Dann lernt man eben einander kennen. Donnerstags wird mit Gudrun hanım eben gewandert; meistens macht eine kleine Anfahrt mit dem Bus den Anfang.

Der schraubt sich über den Ortsteil Bektaş in die Berge. Nicht sehr lange, dann geht es per pedes weiter in die Morgenkühle.

Zweiundzwanzig sind heute gut zu Fuß dabei, Holländisch ist zu hören, Englisch, sogar Deutsche finden Freude am Miteinanderlaufen. Ein für einen Holländer gehaltener fantastisch deutsch sprechender Italiener findet seine charmante Begleitung. Kleine Grüppchen finden sich, die Gruppe zieht sich auseinander, findet zur Rast wieder zusammen. Die Rucksäcke werden leichter, eine junge Türkin in diesem halb verlassenen Dorf begrüßt Jeden mit charmantem Lächeln, verteilt frisch nur für uns gepflückte Frühlingsblüten, einfach so. Türkei wieder einmal von ihrer schönsten Seite.Gudrun stellt fest, dass viele der von ihr gefundenen Wege inzwischen mit Schotter befestigt sind. Eine Notwendigkeit, weil zu viele Wanderer Spuren hinterlassen haben? Eher nicht, denn Regenfluten haben richtige tiefe Gräben im Schotter hinterlassen. 

Macht aber nichts, die Zweiundzwanzig bewältigen die Strecke des Tages einstöckig, oder zweistöckig rudernd oder völlig unverstockt. Gefühlte fünfzehn Kilometer sind es für den Schreiber, vermutlich aber viel weniger. Es ist ein Labsal für die Seele, man sollte ihr öfter so eine ganz besondere Erholung gönnen. Wäre da nicht das Vieh, der innere Schweinehund… Da es aber den Alanya-Boten gibt, kann man sich auch bequem hinter dem Computer verstecken….- ho 

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Rüya Tabiri
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