Die türkische Öffentlichkeit sei nicht interessiert,

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über europäische Christen und ihre Belange zu berichten. Diese Auskunft erhielt Pfarrer Joachim Kusch, als er die Medien in Alanya einlud, an einem Treffen teilzunehmen. So traf man sich am Sonnabend vor dem zweiten Advent mehr oder weniger unter sich: Johanna und Joachim Kusch, Veijo Lauronen, Pfarrer aus Finnland, Kees v. d. Have mit Ehefrau Marry, Rinzevan den Berg, Pfarrer aus Holland mit Ehefrau Bauwien.

Veijo war nur für einige Wochen Gast in Alanya. Bevor ihn seine Kirche weiter nach Thailand entsendet legt er für einige Wochen eine Pause in seiner Heimat Finnland ein. In Alanya suchen in jeder Saison rund 50.000 Finnen Erholung, hinzu kommen die finnischen Residenten. Es besteht seelsorgerischer Bedarf für seine Landsleute. Er hat wertvolle Verbindungen zu den Gremien knüpfen können – vor allem verspricht Veijo, wiederzukommen. Er berichtete aus seinen beruflichen sehr positiven Erfahrungen aus dem Kosovo. Veijo bey wörtlich:“Dort habe ich eine völlig andere, sehr offene und sehr positive Art im Umgang der Religionen miteinander erlebt! Dort traf ich einen „anderen Islam“ in meinem Alltag an!“

Über die guten und manches Mal durchaus auch weniger positiven Erfahrungen im Umgang tauschte man sich umfänglich in der Konferenzsprache Englisch aus. Pfarrer Kusch in seiner leisen, höflichen und verbindlichen Art stellte die positiven Seiten seiner Arbeit mit den Gremien sehr pointiert heraus. Seine Augen blitzen immer, wenn er von zehntausend deutschen Residenten und 60.000 Urlaubsgästen spricht und wenn er als evangelischer Geistlicher die gute sachliche Zusammenarbeit mit seinem katholischen Kollegen in Antalya betont.

Seine Faust im samtenen Handschuh vermutet man nur, wenn er die Problematik mit den örtlichen Strukturen anspricht. In der leisen Sprache des geborenen Diplomaten wählt er sorgfältigst die Worte.

Da ist die eigene Situation in einem merkwürdigen Ungleichgewicht im Sankt Nikolaus Verein. Hier sieht man sich mehr oder weniger als Appendix von Antalya wie auch in der Auffassung und Auslegung der türkischen Steuergesetzgebung. Diese sieht eine jegliche Spende als zu versteuernde Einnahme an.

Kann es sein, dass diese gesetzliche Massnahme jegliches Fussfassen christlichen Gedankengutes in der islamisch geprägten Türkei mit dazu angetan ist, Abstand zu halten? Hinzu komme das Miteinanderauskommenmüssen mit der Riege der Machtvollkommenen, der Selbstdarsteller, der Bedenkenträger – und der Ängstlichen.

Hinzu kommen eine ganze Reihe weiterer Einschränkungen, die auch Pfarrer Rinze van den Berg für seine niederländischen Christen feststellt. „Wir dürfen zwar in Hotels als Christen zusammentreffen, aber nur in den Lobbies – und nur, wenn wirklich kein anwesender Muslim uns als störend empfindet. Wir laden per Plakat ein, diese werden aber fast eher, als sie ausgehängt sind, wieder entfernt, auf Nachfrage dann als zerknautschtes Fragment wieder befestigt. Wir nutzen inzwischen andere Wege der Kommunikation“.

Es scheint, als ob die Hauptaufgabe der Geistlichen hierorts darin zu bestehen scheint, beharrlich viele dicke Bretter zu bohren. Das kostet neben der seelsorgerischen Aufgabe natürlich Kraft. Und Nerven!

Aber die haben diese drei evangelischen Seelsorger. Alle drei verfügen über viele Jahre erlebter Wirklichkeit als Militärseelsorger. Denn da wären Betschwestern fehl am Platz.

Kusch weist noch auf die Tatsache hin, dass in Alanyas Partnerstadt Gladbeck die größte Moschee in Deutschland arbeitet, nur die neue Moschee in Köln wird noch größer. Christen seien aber in ihren Glaubensdingen hierorts nicht willkommen.

Versöhnlich lädt er aber zum Konzert am 23. Dezember um 11 Uhr in das Kulturhaus ein – ein Dank an alle die Türken, die anderen Religionen gegenüber offen, tolerant – und ehrlich! – sind! Der Eintritt ist übrigens frei – siehe die einschränkenden Steuergesetze….

- ho

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