2 Jahre sind vergangen und das Auto muss wieder zum Tüv.

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Vorher zum Finanzamt und die Gebühr begleichen, in diesem Fall waren es 116,-Ytl. Auf dem Tüv-Platz angekommen, registriere ich rund 50 wartende Autos vor mir. Vor mir ein Schatten, ich denke, nun geht auch noch die Sonne weg, nein weit gefehlt, es ist der Tüv-Prüfer, welcher sich von Fahrzeug zu Fahrzeug durcharbeitet und Motornummer, Innenraum und Kofferraum, sowie Warndreieck, Verbandskasten und Feuerlöscher inspiziert.

Technik wie Bremsen, Licht, Ölverlust und Rost sind auf diesem Platz ein Fremdwort. Nun denke ich mir, vielleicht hat der Prüfer ja einen Kursus bei einem Schamanen absolviert und würde Mängel aus dem Bauch heraus Erkennen.


Das würde auch erklären, das nur ein sogenannter Prüfer auf dem Platz anwesend war, denn einen zweiten Prüfer mit den gleichen Fähigkeiten zu finden, stelle ich mir sehr schwer vor, schlicht aussichtslos. Inzwischen erhöhte sich auch die Fahrzeugschlange auf rund 100 wartende Fahrzeuge. Nachdem ich zur Kenntnis genommen habe, das auch theoretisch ein Neuwagen nicht mehr Mängel als meiner haben kann, lehnte ich mich zufrieden zurück, um auf den Eintrag zu warten. Dann die letzte Frage des Prüfers.”Wo ist denn ihre Halskrause?” Ich, die was, Halskrause, wieso kommt jetzt noch der Friseur? Daraufhin gab mir der Prüfer zu verstehen, seit neuestem ist es Pflicht, eine Halskrause im Fahrzeug mit zu führen. Ob die Idee noch von dem ehemaligen Verkehrsminister aus den neuen Bundesländern Günter Krause stammt, entzieht sich meiner Kenntnis. Höflich, wie der Prüfer nun einmal war, deutete er mit dem Finger in Richtung Halskrausen- Boutique, welche natürlich auch auf dem Tüvgelände beheimatet ist.

Die Standard-Krause aus einem Stück Schaumstoff gestanzt, mit zwei angenähten Klettverschlüssen, zum selbstkosten Schätzpreis von 3-4 Ytl, wurde dort zum Vorzugspreis von “nur” 17 Ytl., natürlich inkl. eines Verbandskasten, den die meisten allerdings schon hatten, nicht angeboten, sondern verkauft, da niemand der wartenden über so eine Halskrause verfügte und mit seinem Fahrzeug auch nicht aus der Fahrzeugschlange rauskam. Nachdem der Prüfer alle Fahrzeuge “geprüft” hatte, begab er sich in sein Häuschen um die Eintragungen vor zunehmen, die ganze Aktion dauerte so ca. 4 Stunden. Man versprach mir noch ein Luxusmodell der Halskrause herzustellen, in trendigen Farben, passend zum Outfit, mit vergoldeten Schnallen, zum Preis von 268,-Ytl und die Schnalle mit Brillanten versehen, für 898,-Ytl. (kleiner Scherz) Da soll mir doch niemand sagen, die Türken haben keine Ideen. GÜNTHER NAU

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