Die Geisterfakülte zu Kestel

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Alle Jahre wieder zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten machen aufmerksame Leser dieses unseres Alanya-Boten auf rätselhafte Himmelsphänomene über Kestel, dem Ort hinter dem wild schäumenden Dimcay, aufmerksam.

Fliegende Untertassen werden immer wieder am dämmerigen Firmament gesichtet und die kleinen grünen Männchen hätten hin und wieder auch schon Unbotmäßige fix verladen und flugs in fremde Galaxien auf Nimmerwiedersehen entführt.

Ahmet Algül, Verleger und redaktionell Verantwortlicher des Boten, saugt diese Sommerlochspezialitäten immer wieder ganz begeistert in sich auf und veröffentlicht diese haarsträubenden „Tatsachen“ nur zu gerne. So mangelt es mir nicht an Zivilcourage, eine andere Meinung zu haben, aber in der Praxis ducke ich mich unter die Autorität des lokalen Zeitungszaren und opponiere nur ganz heimlich, so dass es nur niemand vermerke.

Neben den immer wieder ins Sommerloch purzelnden unbekannten Flugobjekten verfügt Kestel, der Vorort von Alanya, wenn man von Osten kommt, neuerdings über eine virtuelle Fakultät. Das schneeweiße lang in die Landschaft gestreckte moderne Bauwerk der Gelehrsamkeit man sieht es auf dem Wege zur Dim Höhle – das gibt es überhaupt nicht! Es ist eine Fata Morgana! Ganz genau so wie das kühle Glas Bier, das auf der weltberühmten Reklame dem schwitzenden Wanderer vorschwebt.

Das deutsche Ehepaar, das seit einem runden Jahr dem Dozenten für die deutsche Sprache zuarbeitet und seine zwanzig Studentinnen und Studenten – alles Hirngespinste. Sie unterrichten Phantome in einem Luftschloss in norddeutsch-hannöversch klarer Aussprache!

So, wie die Beiden sich auf Wunsch des Dekans der Fakülte um Praktikumsplätze in Deutschland bemühten – so weitgehend erfolglos war das. Zwar gehört laut Aussage des Dekans der Fakülte, Herrn Prof. Dr. Ahmet Aktas, die Fakülte zur Universität Antalya und so steht es auch farbig auf weiß auf der Visitenkarte. Aber auch das ist vermutlich ein Märchen aus tausend und einer Nacht.

So sind Zweifel an der bis zu diesem Moment unterstellten Realität angebracht – denn soeben geht ein mail ein von der Arbeitsagentur in Bonn, zentral zuständig für die Vergabe von Praktikumsplätzen für Ausländer in diesem unserem Lande namens Bundesrepublik Deutschland: „… den Verantwortlichen in der Universität Antalya – ist von der Existenz einer Fakülte in Kestel – überhaupt nichts bekannt! Nun muss Kestel der deutschen Bürokratie erstmal beweisen, dass das moderne Bauwerk aus türkischen Backsteinen errichtet und die Leute drin wirklich reale richtige Menschen aus Fleisch und Blut sind.

Ob das mit einem von einem Noter beglaubigten Baudokument und per DNA–Analyse der Menschen innen zu belegen ist? Oder ob die Bonner sich vor Ort vom Vorhandensein einer sehr lebhaften und intensiv arbeitenden Fakülte überzeugen?

In diesem Zusammenhang zu bezweifeln, ob es überhaupt eine Arbeitsagentur in Bonn gibt, wäre dann eine zu billige Retourkutsche. Obwohl eine solche Dienstleistungsfirma unter www.telefonbuch.de gar nicht zu finden ist. Sondern lediglich ein Arbeits - a m t in der Hauptstadt der Bundesrepublik – vorgeblich außer Diensten.

- ho

One Response to “Die Geisterfakülte zu Kestel”

  1. 1
    Urs Says:

    Bitte um Benachrichtigung wenn die “Grünen Männchen” wieder im Anflug sind. Ich wollte schon lange mal einen Ausflug mit denen machen. Könnte ja auch für andere Touris interessant sein :):)

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Webmaster: Yiğit Demirel

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Rüya Tabiri
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